Leistungsschutzrechtssterben

Nach dem ich hier am 27.11. schon auf die Stellungnahme zum geplanten Leistungsschutzrecht (PDF) des Max-Plank-Instituts hatte, gibt es heute noch einen kleinen Nachschlag. Die Debatte um das Leistungsschutzrecht hat nämlich eine, nun ja, ich nenne es mal eine belustigende Richtung, eingenommen.

Derzeit tun unsere Leistungsschutzrechtslobbyistenvertreter nämlich so, als wenn der große Mr. Google der böse Übeltäter wäre, in dem er zum Kampf gegen das GUTE Leistungsschutzrecht auffordert. Damit sind unsere Presseerzeuger offensichtlich so sehr beschäftigt, dass sie ganz nebenbei die Stellungnahme des Max-Plank-Instituts übersehen haben. Schade eigentlich. Sie hätten nämlich ihre Zukunft unter Punkt 2 jetzt schon sehen können, wenn sie die Stellungnahme wenigstens gelesen hätten.

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Bundeswehr fühlt sich verunglimpft

Weil im Musikvideo zu Joachim Witts neuem Song “Gloria” eine Szene enthalten ist, in der Soldaten in Bundeswehruniform eine Frau vergewaltigen und ein Kind dabei zusieht, dass sie anschießend auch noch andeutungsweise ermorden. Das Musikvideo zeigt eigentlich nur den normalen Kriegsalltag, wie ihn z.B. viele afghanische Frauen erlebt haben. Aber schaut selbst:

Der Spiegel fasst das dann auch in der für deutsche Presseerzeugnisse üblichen weise zusammen:

Die Skandalmaschine läuft wie geschmiert: Der Popsänger Joachim Witt stellt deutsche Soldaten in einem grässlichen [wirklichkeitsnahen] Video als Vergewaltiger hin. Die Zuschauer erregen sich, Militärs sind empört. Jetzt will die Regierung das Machwerk auf den Index setzen lassen.

Es gibt viele Berichte über vergewaltigte Frauen, ermordete Kinder, Frauen und ganze Familien wurden durch Soldaten ausgelöscht. Natürlich wird in Deutschland darüber nicht groß berichtet, meistens werden aus Frauen und Kinder ganz gefährliche Taliban-Krieger, die sie einfach abknallen mussten.

Warum regt ihr euch also darüber auf? Das Musikvideo zeigt doch nur den ganz normalen Kriegsalltag.

Aber was soll’s, fast jeder glaubt das Märchen vom guten Soldaten und den bösen Talibans, von denen gut 90 Prozent nur arme Bauern sind, die überhaupt nicht verstehen können, warum ausländische Streitkräfte ihre Familien zerstören.

DAPD-Insolvenz – der Letzte macht’s Licht aus

Bei DAPD sind die freien Journalisten wegen miserabler Bezahlung und Aberkennung aller Nutzungsrechte an ihren Texten reiheiweise weggelaufen. Die Insolvenz kam also nicht überraschend, sie war vorhersehbar.

Benno Stieber (taz.de) skizziert drei mögliche Auswege für freie Journalisten und beleuchtet auch kurz die Geschäftspraktiken der Verlage. Lesenswerter Artikel.

Kurz zusammengefasst: freie Journalisten haben einfach einen scheiß Job!