Sampling-Urteil des BGH

OMG! Das Urheber- und Leistungsschutzrecht führt geradewegs in die totale kulturelle Ver(bl)ödung. Der BGH hat entschieden, dass auch kürzeste Auszüge eines Werkes, in diesem Fall bereits zwei Takte einer Rhythmussequenz nicht einfach gesampelt werden dürfen. Die Begründung:

Eine freie Benutzung ist nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs allerdings ausgeschlossen, wenn es möglich ist, die auf dem Tonträger aufgezeichnete Tonfolge selbst einzuspielen. (Quelle: Netzpolitik.org)

Wo wären wir heute, wenn es unser Urheber- und Leistungsschutzrecht schon vor 2000 Jahren gegeben hätte? Wahrscheinlich wären wir heute noch mit einem Holzwagen unterwegs und könnten weder lesen noch schreiben. Ja, doch, einen Vorteil hätten wir allerdings: Es gäbe keine Musikindustrie und Richter wären auch nicht schlauer als wir.

Leistungsschutzrecht

Das Max-Plank-Institut für Immaterialgüter- und Wettbewerbsrecht hat eine Stellungnahme zum Gesetzesentwurf für eine Ergänzung des Urheberrechtsgesetzes durch ein Leistungsschutzrecht für Verleger (PDF) veröffentlicht, welche nichts geringeres als die nicht Anwendbarkeit des Leistungsschutzrechts bescheinigt. Die Stellungnahme solltet ihr euch echt durchlesen, insbesondere den zweiten Punkt “Auswirkungen eines Verbotsrechts”.

Ich finde es ja immer sehr amüsant, wenn sie in ihrer grenzenlosen Gier nicht einmal merken, dass sie sich nur selber schaden.

Studie: Kinoeinahmen sinken

Und warum ist das so? Darauf kommt ihr nie!

Überraschung: Megaupload-Ende senkte Kinoeinahmen

Laut einer Studie profitierten viele Filme sogar durch den One-Click-Hoster Megaupload, der Anfang 2012 geschlossen wurde. Danach sanken die Einnahmen vieler Filme erheblich, lediglich Blockbuster waren davon nicht betroffen. Daher vermuten die Forscher, dass Megaupload vor allem der Verbreitung durch Mundpropaganda half.

Hahahah!!! Sie haben sich mit ihrem blinden Urheberrechtswahn wieder einmal selbst geschadet!!! Tolle Leistung!!!

Razzia bei einer 9-jährigen!

Hier ein schönes Beispiel dafür, wie niveaulos die Contentmafia inzwischen geworden ist: Hausdurchsuchung bei einem 9-jährigen Mädchen, weil sie auf Piratebay vergeblich versucht hat, einen Song herunterzuladen. Ihren Winnie the Pooh Laptop hat man ihr dann auch gleich weggenommen! Ganz tolle Leistung!!! Darauf könnt IHR echt s t o l z sein!!!

Filesharing: Eltern haften nicht für ihre Kinder

BGH Urteil: Eltern haften nicht für Urheberrechtsverletzungen ihrer Kinder:

Die Richter entschieden, dass Eltern nicht in jedem Fall haften müssen. Wenn sie ihre Nachkommen zuvor „ausreichend“ darüber belehrt haben, dass diese nicht Musik illegal herunterladen sollen, müssen sie eventuelle Schäden nicht bezahlen. „Eine Verpflichtung der Eltern, die Nutzung des Internet durch das Kind zu überwachen, den Computer des Kindes zu überprüfen oder dem Kind den Zugang zum Internet (teilweise) zu versperren, besteht grundsätzlich nicht“, urteilten die Richter. (Quelle: zeit.de)

Liebe Eltern, dokumentiert auf jeden Fall die “Belehrung” eurer Kinder, denn bei einer Abmahnung werdet ihr es vor Gericht beweisen müssen, dass eure Kinder trotz Belehrung und Verbot am Raubmordkopieren teilgenommen haben. Besser wäre es natürlich, wenn ihr beweisen könntet, dass euer Kind von einem Abmahnanwalt dazu verleitet wurde. Das soll ja schon öfter vorgekommen sein.

Schaun wir mal, wie lange dieses Urteil bestand hat… Dagegen wird die Urheberrechtsabmahnbereicherungsindustrie sicherlich vorgehen wollen. Schließlich lebt sie davon.

ePetition gegen GEMA-Vermutung

Ich wurde leider erst heute auf diese Petition hingewiesen, in der es um die Aufhebung der GEMA-Vermutung geht. Derzeit hat die Petition knapp 48.000 Mitzeichner, es fehlen also nur noch 2.000, die bis morgen locker zu schaffen sind.

Lasst euch durch die GEMA-Kommentare im Forum nicht entmutigen, die versuchen natürlich durch ihre Kommentare, die da ständig auftauchen, euch am mitzeichnen zu hintern. Letztlich wird diese Petition an der GEMA-Vermutung zwar nichts ändern, aber immerhin müssen sie sich für die Ablehnung eine Begründung überlegen.

Jetzt mitzeichnen!


Update: Die nötigen 50.000 Stimmen sind zusammen. Jetzt freuen wir uns auf die Begründung der Ablehnung. Wahrscheinlich werden alle Mitzeichner als Raubkopierer bezeichnet, aber das sind wir seit Zensurla ja gewöhnt.


Update, 19.10.12: Gestern endete die Mitzeichnungsfrist mit 62.842 Mitzeichner! Mal schauen, wie viele Monate sie jetzt für ihre Begründung brauchen. Und, ja, ohne die ständigen GEMA-Beiträge im Forum wäre diese hohe Zahl an Mitzeichnern wohl nicht zustande gekommen. Deshalb auch hier ein Dankeschön an die GEMA.

Japan: Zwei Jahre Knast pro Download

Auf taz.de gefunden:

Japan hat weltweit eines der härtesten Gesetze zur Verfolgung illegaler Downloads. Das Herunterladen urheberrechtlich geschützter Filme oder Musik aus dem Internet kann ab ab dem 1. Oktober 2012 mit zwei Jahren Haft und zwei Millionen Yen (rund 20.000 Euro) pro Download bestraft werden.

Liebe Japaner, jetzt wäre es doch mal an der Zeit, “legale” Downloads generell für ein/zwei Tage komplett einzustellen. Wenn ihr denen keinen verdammten Yen gebt, merken sie sehr schnell, wer bei euch die Macht hat.

Warum ihr keinen Yen in die Musikindustrie investieren solltet:

Mit massiver Unterstützung durch die Musikindustrie-Lobbyisten der Recording Industry Association of Japan (RIAJ) war die Gesetzesnovelle bereits im Juni verabschiedet worden. Laut RIAJ stammen neun von zehn Downloads in Japan aus illegalen Quellen. (taz.de)

Wenn der letzte Satz stimmen würde, wären sie längst Pleite gegangen.

ePetition gegen das Leistungsschutzrecht

Das geplante Leistungsschutzrecht für Presseverlage gefährdet nicht nur das offene Internet, es verhindert auch die Verbreitung von Informationen und fördert damit die kritiklose Ausuferung von Korruption, Lobbyismus, Ausbeutung, Vertuschung und Verdummung der Deutschen insgesamt.

Bisher hat die Petition leider erst 14.312 Mitzeichner und die Mitzeichnungsfrist endet bereits am 10.10.12. Deshalb jetzt ein Zeichen setzen und mitzeichnen!

Hier geht’s zur → Petition
Weitere Infos auf → netzpolitik.org


Update: Die Petition gegen das Leistungsschutzrecht ist mit 21.366 Mitzeichner dann mal eben gestorben.