Wenn die Schäfchen keine Wolle geben

Gott liebt alle seine Schäfchen. Die Armen, die Reichen und auch die Sünder, wurde uns im Religionsunterricht beigebracht. Alles nur ein Missverständnis sagen die weltlichen Vertreter. Gott liebt nur Schäfchen, die ordentlich Wolle geben, nicht jene, die sich daraus einen Pullover stricken wollen.

Arme Schäfchen, die keine Wolle geben, haben in der Kirche nichts verloren:

Wer nämlich als deutscher Katholik – warum auch immer – keine Kirchensteuer zahlen will und (deshalb) beim Standesamt oder Amtsgericht seinen Austritt aus der Kirche erklärt, der wird von ihr faktisch so behandelt, als wäre er Glaubensabtrünniger, Ketzer oder gar Papst-Attentäter. Denn auch wenn die Strafe der Exkommunikation bei einem Kirchenaustritt formal entfallen ist, bleiben die Rechtsfolgen dieses Schritts doch die gleichen. Dem Austritt folgt der Rauswurf – in hohem Bogen.

Was machen die eigentlich, wenn so ein „Glaubensabtrünniger, Ketzer oder gar Papst-Attentäter“ stirbt, wird er dann irgendwo im Wald verscharrt, verbrannt oder verkauft? Wer würde denn tote „Glaubensabtrünnige, Ketzer oder gar Papst-Attentäter“ kaufen? Gibt’s da eine spezielle Institution in der Kirche, die solche Geschäfte abwickelt?