Sicherheit durch Videoüberwachung?

Ich finde es immer wieder hoch interessant, dass ausgerechnet nach jedem kriminellen Ereignis, bei dem die Polizei völlig versagt hat, die Forderung nach totaler Überwachung laut wird. Die Videoüberwachung öffentlicher Plätze und Bahnhöfe wird gefordert und soll mehr Sicherheit bringen, weil sich die Täter davon angeblich abschrecken lassen. Das stimmt nur leider nicht.

Es gibt inzwischen unzählige Überwachungsvideos im Netz, die Überfälle und auch brutalste Misshandlungen von Passanten auf öffentlichen Plätzen und Bahnhöfen zeigen, die immer noch nicht aufgeklärt sind, die Täter also noch frei herum laufen.

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Lauschantenne des BND geklaut

Nach den ganzen Bullshit-News der letzten Tage, auch mal eine erfreuliche Nachricht: Mutige Leute haben sich auf eine “streng geheime” Fernmeldeabhöranlage des BND bei Gablingen geschlichen und ein paar Antennen geklaut:

Sie kamen bei Nacht und Nebel und nahmen Metallteile mit. Bemerkt wurde ihr Eindringen aber erst ein paar Tage später. Erneut haben Buntmetalldiebe auf dem Gelände der früheren Fernmeldestelle in Gablingen (Kreis Augsburg) zugeschlagen. Von dort aus soll heute noch der Bundesnachrichtendienst (BND) in alle Welt lauschen. Vom kriminellen Treiben in der direkten Nachbarschaft bemerkten die Geheimdienstler aber offenbar nichts. (Quelle: Augsburger Allgemeine)

Hahahaha!!!! Es grenzt ja doch an ein Wunder, dass die das schon nach ein paar Tagen gemerkt haben. Die Abhöranlage hat wohl nicht funktioniert?
Einfach eine Abhöranlage in die Landschaft stellen und “streng geheim” darüber schmieren, hält halt nicht jeden ab. Kinder wissen das. Und die haben auch immer ganz brauchbare Ideen, wenn es um den Schutz ihrer Habseligkeiten geht. Vielleicht hättet ihr sie vorher fragen sollen.

BKA sucht neuen Trojaner

Den DigiTask-Trojaner, den sie für ein paar Millionen eingekauft hatten, hatte zu viele Bugs und konnte leicht enttarnt werden – vielleicht enttarnte er sich auch selbst? Deshalb sucht man jetzt einen neuen Trojaner, eine kommerzielle Übergangslösung für ein paar Million von einer sehr speziellen Servicefirma wie Gamma, die FinSpy an interessierte Staaten verscheuert.

Mit ihrer Eigenentwicklung sind sie mangels Fachpersonal – für die will ja keiner mehr arbeiten – stecken geblieben. Außerdem gibt es da noch die gesetzlichen Hürden und die fehlenden Terroristen im Land. Gut, nach dem die NSU aufgeflogen ist, könnten sie andere Leute dafür anheuern. Wir haben ja noch genug von denen.

Überwachung ist natürlich für die Finanz- und Wirtschaftsmacht Deutschland Überlebenswichtig. Stellt euch nur mal vor, da versammeln sich unangemeldet ein paar hunderttausend Leute, die den Rücktritt der Regierung oder völlige Transparenz fordern. Schon bei der Forderung nach Transparenz wären die Gerichte völlig ausgelastet und wir müssten demokratische Staaten um Amtshilfe bitten. Ihr seht selbst, wie wichtig Überwachung ist.

Links:

GEZ wird Spitzelbehörde

Wer glaubt, mit der Umstrukturierung der Rundfunkzwangsabgabegebühren zur allgemeinen Haushaltszwangsabgabegebühr hätte sich die Daseinsberechtigung der GEZ komplett erledigt, irrt gewaltig. Die GEZ investiert nämlich gerade in ihre Zukunft und stellt vorerst schon mal Hundert neue Leute zum ausspionieren der gebührenpflichtigen Haushalte ein. Genau genommen strukturiert sich die GEZ unter dem schönen Tarnnamen “ARD ZDF Deutschlandradio Beitragsservice” gerade zur Spitzelbehörde um.

Künftig sollen die Kölner genau nachforschen, wer mit wem wo wohnt, welche Haushalte wie zahlen müssen, ob Wohngemeinschaften tatsächlich Wohngemeinschaften sind. Dafür können sie künftig sogar den "individuellen Lebenssachverhalt" erfragen. (welt.de)

Und ich dachte, mit der Wende wäre die STASI-Zeit endlich vorbei.

Andererseits aber gehören ab 2013 die Inhalte der ÖR dann auch dem Volk, welches jede Sekunde Produktions- und Ausstrahlungszeit mehr als fürstlich entlohnt. Das Urheberrecht liegt somit vollständig beim Volk, wie auch bei Verlagen, die ihren Autoren jede weitere Verwertung untersagen. Haltet euch schadlos Leute, ab 2013 gehört euch jede produzierte Sendung.

Juristentag

Vom Juristentag habt ihr bestimmt schon gehört. Die haben sich jetzt wieder in München getroffen und über neue Unterdrückungsmöglichkeiten der Meinungsfreiheit geredet. Herausgekommen ist, wie kann es auch anders sein, eine Forderung nach der totalen Überwachung aller Bereiche, insbesondere aber das Internet soll Meinungsfrei werden. Genau genommen fordern sie die verdachtsunabhängige Überwachung von Internetanschlüssen, Vorratsdatenspeicherung, Filtern von Inhalten und heimliche Online-Durchsuchung, die natürlich nicht nur der Terrorabwehr vorbehalten bleiben darf.
Datenschutzrechte am Arbeitsplatz sollen aufgehoben werden, damit auch da bereits gefiltert werden kann.

Dieser Forderungskatalog dient natürlich nur ihrer Sicherheit. Das Internet ist nämlich sehr gefährlich, müsst ihr wissen, und diese Zeilen sind unter höchster Lebensgefahr entstanden. Bitte lesen sie diese Zeilen äußerst vorsichtig, da ich für digitale Angriffe oder Überfälle von irgendwelchen durchgebrannten Bytes keine Haftung übernehmen kann.

Das wir bis jetzt mit dem Internet überhaupt überlebt haben, ist ein Wunder.

Wir können froh sein, dass es wenigstens 8000 Juristen gibt, die um unsere Sicherheit besorgt sind. Daher sollten wir unbedingt dafür sorgen, dass wenigstens diese 8000 Juristen rundum überwacht werden, damit sie uns möglichst lange erhalten bleiben.