Sampling-Urteil des BGH

OMG! Das Urheber- und Leistungsschutzrecht führt geradewegs in die totale kulturelle Ver(bl)ödung. Der BGH hat entschieden, dass auch kürzeste Auszüge eines Werkes, in diesem Fall bereits zwei Takte einer Rhythmussequenz nicht einfach gesampelt werden dürfen. Die Begründung:

Eine freie Benutzung ist nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs allerdings ausgeschlossen, wenn es möglich ist, die auf dem Tonträger aufgezeichnete Tonfolge selbst einzuspielen. (Quelle: Netzpolitik.org)

Wo wären wir heute, wenn es unser Urheber- und Leistungsschutzrecht schon vor 2000 Jahren gegeben hätte? Wahrscheinlich wären wir heute noch mit einem Holzwagen unterwegs und könnten weder lesen noch schreiben. Ja, doch, einen Vorteil hätten wir allerdings: Es gäbe keine Musikindustrie und Richter wären auch nicht schlauer als wir.

Japan: Zwei Jahre Knast pro Download

Auf taz.de gefunden:

Japan hat weltweit eines der härtesten Gesetze zur Verfolgung illegaler Downloads. Das Herunterladen urheberrechtlich geschützter Filme oder Musik aus dem Internet kann ab ab dem 1. Oktober 2012 mit zwei Jahren Haft und zwei Millionen Yen (rund 20.000 Euro) pro Download bestraft werden.

Liebe Japaner, jetzt wäre es doch mal an der Zeit, “legale” Downloads generell für ein/zwei Tage komplett einzustellen. Wenn ihr denen keinen verdammten Yen gebt, merken sie sehr schnell, wer bei euch die Macht hat.

Warum ihr keinen Yen in die Musikindustrie investieren solltet:

Mit massiver Unterstützung durch die Musikindustrie-Lobbyisten der Recording Industry Association of Japan (RIAJ) war die Gesetzesnovelle bereits im Juni verabschiedet worden. Laut RIAJ stammen neun von zehn Downloads in Japan aus illegalen Quellen. (taz.de)

Wenn der letzte Satz stimmen würde, wären sie längst Pleite gegangen.