Sampling-Urteil des BGH

OMG! Das Urheber- und Leistungsschutzrecht führt geradewegs in die totale kulturelle Ver(bl)ödung. Der BGH hat entschieden, dass auch kürzeste Auszüge eines Werkes, in diesem Fall bereits zwei Takte einer Rhythmussequenz nicht einfach gesampelt werden dürfen. Die Begründung:

Eine freie Benutzung ist nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs allerdings ausgeschlossen, wenn es möglich ist, die auf dem Tonträger aufgezeichnete Tonfolge selbst einzuspielen. (Quelle: Netzpolitik.org)

Wo wären wir heute, wenn es unser Urheber- und Leistungsschutzrecht schon vor 2000 Jahren gegeben hätte? Wahrscheinlich wären wir heute noch mit einem Holzwagen unterwegs und könnten weder lesen noch schreiben. Ja, doch, einen Vorteil hätten wir allerdings: Es gäbe keine Musikindustrie und Richter wären auch nicht schlauer als wir.

Filesharing: Eltern haften nicht für ihre Kinder

BGH Urteil: Eltern haften nicht für Urheberrechtsverletzungen ihrer Kinder:

Die Richter entschieden, dass Eltern nicht in jedem Fall haften müssen. Wenn sie ihre Nachkommen zuvor „ausreichend“ darüber belehrt haben, dass diese nicht Musik illegal herunterladen sollen, müssen sie eventuelle Schäden nicht bezahlen. „Eine Verpflichtung der Eltern, die Nutzung des Internet durch das Kind zu überwachen, den Computer des Kindes zu überprüfen oder dem Kind den Zugang zum Internet (teilweise) zu versperren, besteht grundsätzlich nicht“, urteilten die Richter. (Quelle: zeit.de)

Liebe Eltern, dokumentiert auf jeden Fall die “Belehrung” eurer Kinder, denn bei einer Abmahnung werdet ihr es vor Gericht beweisen müssen, dass eure Kinder trotz Belehrung und Verbot am Raubmordkopieren teilgenommen haben. Besser wäre es natürlich, wenn ihr beweisen könntet, dass euer Kind von einem Abmahnanwalt dazu verleitet wurde. Das soll ja schon öfter vorgekommen sein.

Schaun wir mal, wie lange dieses Urteil bestand hat… Dagegen wird die Urheberrechtsabmahnbereicherungsindustrie sicherlich vorgehen wollen. Schließlich lebt sie davon.